Warum wir Denkzeuge brauchen

Warum wir Denkzeuge brauchen

Egal, wo ich mit anderen Menschen zusammentreffe, irgendwann driftet das Gespräch immer in eine negative Richtung ab. 

Über wiederkehrende Konflikte mit dem Partner, den Familienmitgliedern, Freunden oder Nachbarn. Vom blöden Chef, der zu viel verlangt und zu wenig bezahlt. Von Kollegen, die faul sind und einen im Stich lassen. Von unerfüllten Träumen, die sich eh nie realisieren lassen. 

Ich höre zu, gebe Raum und habe viel Verständnis. Aber weil ich bin wie ich bin, biete ich auch Möglichkeiten an, die helfen könnten. 

Die Reaktionen sind meist die gleichen:

„Ja, ich weiß schon, eigentlich ist mir ja auch klar, was ich tun muss.“

Und dann – beim nächsten Treffen: dasselbe Thema. Dieselbe Geschichte, die sich im Kreis dreht.


Wenn Wissen nicht das Problem ist – was dann?

Ist es der Wille, der nicht stark genug ist? 

Eher nicht. Warum würde man sonst einem Thema so viel Raum geben, das einem die Energie regelrecht aus dem Körper zieht, ohne etwas dagegen zu tun?

Oder ist der Schmerz vielleicht doch nicht so groß?

Vielleicht. Ich erlebe es regelmäßig: Menschen sind gedanklich 80% der Zeit bei ihren Problemen und nur 20% bei dem, was gut und schön ist in ihrem Leben. Obwohl das Verhältnis bei den meisten genau andersherum ist, wenn sie es einmal bewusst reflektieren.


Manchmal ist nicht das Leben zu kompliziert.

Bei einem meiner Zertifizierungskurse, wo sich die Teilnehmer am Anfang vorstellen und äußern können, ist eine Erfahrung besonders hängen geblieben.

Wie üblich hörte ich nicht zuerst, was sich die Teilnehmer wünschen, sondern wo es bei ihnen brennt. Das ist völlig normal. Aber einen Teilnehmer konnte ich kaum bremsen. Ich dachte, sein Leben ist ein einziger Brandherd. 

Als dann alle in der ersten Übung den 360° Lifesensor einstellten, kam das erste helle Erwachen. Sein Zufriedenheitswert lag – von ihm selbst eingestellt – bei 81%. 

Alle staunten. Tatsächlich belasteten ihn nur zwei Themen. Eins davon: Konflikte mit Kollegen. Als ich ihn dazu fragte, wie viele Kollegen er hat [16], mit wie vielen er wirklich Stress hat [mit zweien, aber eigentlich nur mit einem], wie oft er ihnen begegnen muss [nur ab und zu, eigentlich muss er gar nicht mit ihm arbeiten], und was er bereits dagegen unternommen hat [nichts], hat sich dieses Thema sehr schnell für ihn gelöst. 

Sein nächster, gar nicht so schwerer Schritt war ihm sofort klar: Dem Kollegen aus dem Weg gehen, den Fokus mehr auf die netten Kollegen richten und Probleme nicht größer machen als sie sind. Die Erleichterung war richtig spürbar – für ihn und für die anderen im Raum.

Es blieb nur noch ein einziges Thema, das er nun fokussiert angehen konnte.


Warum unsere Gedanken so gerne um unsere Probleme kreisen

Jeder kennt es: Der Kopf ist voll. 

Die ersten Nachrichten bewegen uns schon beim Aufwachen. Gedanken drehen sich wie ein wildes Karussell – nicht nur tagsüber, oft auch nachts. Aber obwohl wir nachdenken und grübeln, kommen wir nicht weiter.

Obendrauf fühlen wir uns oft dafür auch noch schlecht oder gar dumm, dass wir es nicht geregelt kriegen.

Aber es liegt nicht an Dummheit oder Unfähigkeit – ganz sicher nicht. Auch nicht daran, dass wir uns nicht genug bemühen. Und schon gar nicht, weil mit uns etwas falsch sein könnte.

Die Ursache ist der falsche Denkmodus. 

Wir befinden uns zu über 90% automatisch im unterbewussten, reaktiven Denkmodus und reagieren einfach. Auf alles. Ganz spontan. 

Dabei greifen wir auf gewohnte Muster zurück und verlassen uns auf innere Überzeugungen, die sich im Moment richtig anfühlen, aber vielleicht längst nicht mehr gültig sind.

Unser Gehirn will uns dabei nicht ärgern – ganz im Gegenteil. Es will uns vor Gefahren schützen und Energie sparen. 

Und hier liegt die Krux.

Je mehr Einflüsse von außen und je größer der Druck, umso mehr reagieren wir nur noch. 

Beobachte dich mal eine Tag lang: Wie viel in deinem Leben läuft automatisch ab – und wie viel wirklich bewusst?


Vom Reaktionsmodus in den Reflexions- & Klarheitsmodus

Um wirklich etwas ändern zu können, braucht das Gehirn Abstand und Ruhe. 

In der Ruhe verändern sich Hirnfrequenz – vom hohen, schnellen Beta-Level in den ruhigen Alphazustand. Kreatives Denken bekommt Raum und ganz andere Ideen und Lösungen kommen an die Oberfläche.

Der Wechsel vom Reaktions- in den Reflexionsmodus ist entscheidend.


Werkzeuge als Unterstützung für’s Denken

Für körperliche Arbeit benutzen wir Werkzeuge ganz selbstverständlich.

Niemand würde einen Nagel mit der Hand in die Wand schlagen oder ein Brett ohne Säge schneiden. Wir wissen: Gute Werkzeuge machen die Arbeit leichter.

Das funktioniert auch beim Denken. 

Aber manchmal fehlt ein gutes Denk-Werkzeug, um klarer zu sehen, was gerade wirklich los ist. Oder wir nutzen die falschen.

Zu den falschen gehören solche, die uns wieder nur weiter zum Grübeln bringen oder uns nach außen schauen lassen statt nach innen: Soziale Medien, Fernsehen, Videos, Podcasts, reine Ratgeberbücher …


Woran erkennt man ein gutes Denk-Werkzeug?

Ein gutes Denk-Werkzeug – oder einfach Denkzeug – nimmt einem das Denken nicht ab. Es bringt ins Denken. In kreatives, tiefgehendes, reflektiertes Denken. 

Es schafft den Abstand, den es braucht. Es öffnet einen anderen Denkraum. Es stoppt den Reaktionsmodus und startet den Reflektionsmodus.

Ein gutes Denkzeug ist auch kein Test. Viele Menschen kennen Tests, auch Persönlichkeitstests. Aber Tests fragen ab, prüfen, ordnen ein und geben ein Endergebnis: „So bist du! Das macht dich aus!“

Das kann sehr interessant sein. Aber Tests machen aus lebendigen Menschen schnell starre Kategorien und blockieren Weiterentwicklung und Veränderung. Ein Test endet mit einem Ergebnis. Ein gutes Denkzeug beginnt dort erst richtig.


Vom Denken ins Tun

Ein gutes Denkzeug bleibt nicht bei der Auswertung stehen. Es führt vom Denken zum Handeln bis zum gewünschten Ziel. 

Es sagt nicht, was richtig ist, überredet nicht, bewertet nicht, schiebt nicht in Schubladen und stülpt nichts über. 

Ein gutes Denkzeug bringt deine Kreativität in Fahrt. 

Aber – es braucht auch deine Bereitschaft, dich mit den Fragen auseinanderzusetzen. Am besten schriftlich – und mit Zeit, die du dir selber schenkst.

Dann macht es sichtbar, was vorher nur gefühlt, geahnt oder schwer in Worte zu fassen war:

  • das Ausmaß brennender Themen, 
  • vorhandene Ressourcen und Potenziale,
  • was einen genau ausbremst, aber auch antreibt und motiviert,
  • wie alles zusammenhängt,
  • warum andere einen oft nicht verstehen,
  • wo man wirklich hin will und wie man dorthin kommt.

Es lichtet den inneren Nebel und verwandelt Chaos in Klarheit, Verständnis, Orientierung und nächste richtige Schritte.

Klarheit ist ein wunderschönes Gefühl. Sie entlastet, ordnet, trägt und macht Veränderung machbar.

Momente der Klarheit sind unbezahlbar:

Weil sie nicht beschämen.
Weil sie nicht drängen.
Weil sie nicht sagen: Du bist falsch.

Sondern weil sie Türen öffnen, Hoffnung geben und ins Tun bringen. 

Egal, ob für dich persönlich, für dein Business oder ob du andere als Coach, als Trainer, als Führungskraft damit begleitest.

Das kann dann nur ein kleiner erster Schritt sein: eine Entscheidung bewusster treffen, ein Gespräch anders vorbereiten, starten oder durchführen, eine feste Überzeugung aufweichen, neue Möglichkeiten wahrzunehmen und zu nutzen.


Ein Denkzeug®  zum Ausprobieren

Stelle den 360° Lifesensor, von dem ich oben schon erzählt habe, jetzt gerne selbst ein. 

Der Lifesensor ist unser Hauptsensor, den wir regelmäßig als Basistool nutzen. Mit ihm haben wir immer wieder unsere Gesamtzufriedenheit mit brennenden Themen und Ressourcen auf einen Blick vor uns und können auftauchende Probleme gleich bei den Hörnern packen. 

Sehr interessant ist auch, wenn man ihn mehrere Tage hintereinander immer wieder neu einstellt und vergleicht, ob sich die Zufriedenheit in Lebensthemen mit der Tagesstimmung verändert.

Um den Lifesensor einzustellen, drucke diese Seite am besten aus – stell ihn nicht nur gedanklich ein.

Du kannst dann entweder Stifte deiner Wahl verwenden und deine Zufriedenheit in den Themen markieren, oder – und das empfehlen wir – Steinchen oder Spielfiguren zum Verschieben nutzen (leckere Gummibärchen, die du anschließend vernaschen kannst als Belohnung, machen noch mehr Spaß). 

Achte beim Einstellen auf deine Gedanken. Was ist in Bewegung, was wird dir bewusst? 

Frag dich anschließend, wie die Themen zusammenhängen: Was würde sich mit verändern, wenn du ein brennendes Thema optimierst? Ist eventuell ein anderes Thema dabei, das sich verschlechtern würde und dich deswegen blockiert, das brennende Thema anzupacken?

Wenn du dann gerne weitermachen willst, sind hier ein paar Ideen:

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