Was treibt dich an? Was bremst dich aus?

Was treibt dich an? Was bremst dich aus?

Warum du im falschen Teich schwimmst und es vielleicht noch nicht weißt

Stell dir vor, jemand fordert einen Pinguin auf zu fliegen. Er ist ja schließlich ein Vogel. Er müsste das können. Er will nur nicht.

Klingt absurd. Ist es auch.

Und trotzdem passiert genau das jeden Tag in Büros, Schulen, Beziehungen. Menschen werden an Maßstäben gemessen, die nicht zu ihnen passen und wenn sie scheitern, glauben sie irgendwann selbst, dass sie das Problem sind.

Ich habe im Laufe der Jahre viele Menschen kennenlernen dürfen, die sich als Versager gefühlt haben. Nicht weil sie schlecht waren, sondern weil niemand je gefragt hatte, ob der Teich, in dem sie schwimmen sollten, überhaupt der richtige für sie war.


Das lauteste Motiv gewinnt, aber ist es auch das wichtigste?

Jeder Mensch trägt 20 innere Motive in sich. Antriebskräfte, die ihn durch das Leben treiben – mehr oder weniger stark, je nach Motiv. Abenteuerlust, Wissensdurst, Harmonie, Gerechtigkeit, Einfluss, Bestätigung, Unabhängigkeit, um nur einige zu nennen.

Wir alle haben sie, aber jeder auf eine ganz anders ausgeprägte Art und Weise und in einer völlig individuellen Wechselwirkung. Das Problem ist, dass wir uns meist nur über die zwei, drei höchsten bewusst sind.

Stell dir vor, alle 20 Motive sitzen an einem inneren Konferenztisch. Mancher drängt sich nach vorne, mancher bildet Allianzen, mancher sitzt still in der Ecke. Du hörst in der Regel nur die, die am lautesten schreien. Die anderen 17 überhörst du, obwohl von denen ebenfalls wichtige Impulse kommen. Und die ganz leisen? Die bremsen dich aus. Von innen heraus. So leise, dass du es nicht merkst.


Was ein Team und eine Führungskraft uns darüber lehren

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Führungskraft tritt neu in ein Team ein. Das Team hat ein gemeinsames Hauptmotiv: Geselligkeit. Alle arbeiten am besten zusammen, im Austausch, im Miteinander. Die Führungskraft hat diesen Wert niedrig. Das Gequatsche stört sie, weil sie denkt, das lenkt von der Arbeit ab. Also setzt sie die Mitarbeiter in Einzelbüros auseinander.

Was passiert? Das Team verliert die Lust zu arbeiten. Komplett.

Erst als die Führungskraft verstand, dass Geselligkeit für dieses Team kein Zeitverlust war, sondern der eigentliche Motor, und dass sie als Führungskraft davon profitieren kann, wenn Menschen in ihrer natürlichen Umgebung aufblühen, änderte sich etwas. Sie ließ sie wieder zusammensitzen. Die Leistung kam zurück.

Das ist kein nettes Teambuilding-Märchen. Das ist das, was passiert, wenn man aufhört, andere durch die Brille der eigenen Motive zu sehen.


Das eigentliche Problem beginnt früher als du denkst

Ich glaube, dass sehr vieles davon in der Schule anfängt.

Acht bis zwölf Fächer. In allen musst du gut sein. Wo eine Lücke droht, fließt die gesamte freie Zeit hinein, nicht um Stärken zu entfalten, sondern um Lücken zu schließen. Was du wirklich kannst, was dich wirklich antreibt, dein eigentliches Potenzial – das wird dabei begraben.

Und irgendwann steht man in einem Job, der nicht passt. In einer Rolle, die sich falsch anfühlt. Man gibt sich Mühe, funktioniert, schuftet. Und fühlt sich von Jahr zu Jahr mehr als Versager. Nicht weil man einer ist, sondern weil man nie gelernt hat, zu fragen: In welchem Teich bin ich hier eigentlich gelandet? Und bin ich wirklich ein Fisch?


Was sich verändert, wenn man hinschaut

Beispiel 1:

  • Der Sohn eines Freundes war kurz davor, die Klasse wiederholen zu müssen und hätte am liebsten alles hingeschmissen. Seine ganze Aufmerksamkeit galt dem Sport, für den er aber keine Zeit mehr hatte, weil er für die Schule pauken musste. Der Frust war groß. Die Eltern wollten, dass er Abitur macht, weil man ja nur so „etwas werden kann“. Die Motive zeigten aber klar, so wird er wahrscheinlich nichts werden. Alle Motive waren auf Sport und nicht auf Büro ausgelegt. Die Eltern gaben nach und ließen ihn auf die mittlere Schule wechseln, wo er mehr Zeit hatte, sich in dem zu entwickeln, wo er motiviert und schon richtig gut war. Die Türen, später doch noch das Abitur nachzuholen, wenn er das möchte, waren damit ja nicht zu, sondern nur etwas weiter in die Ferne gerückt.

Beispiel 2:

  • Eine Kundin, die seit 17 Jahren mit seinem Partner zusammen war, hat die IMA© gemeinsam mit ihm gemacht. Danach hat sie angerufen und gesagt: Ich habe mich neu in ihn verliebt. Wir haben endlich aufgehört, aneinander vorbeizureden, weil wir jetzt verstehen, warum der andere so tickt wie er tickt.

Beispiel 3:

  • Die Teilnehmerin einer Coaching-Ausbildung hatte einen sehr hohen Bestätigungswert – das Motiv, das am schwersten zu verändern ist, weil es eng mit dem eigenen Selbstwert zusammenhängt. Vier Tage intensives Training und anschließend weiter dranbleiben. Nach ein paar Wochen machte sie die IMA© erneut. Ihr Bestätigungswert war deutlich gesunken unter die Schwelle, ab der dieses Motiv wie eine angezogene Handbremse wirkt und andere Motive, die sich zuvor dahinter einreihten durften plötzlich gelebt werden.

Keine Wunder, sondern Klarheit, die wirkt.

Das ist das Schöne an der IMA©: Sie ist kein Urteil. Kein „So bist du jetzt und so bleibst du.“ Sie ist ein Spiegel des Ist-Zustands. Und weil Motive veränderbar sind – durch Erfahrungen, durch Arbeit, durch bewusste Entscheidung – sind sie die Hebel für ein besseres Leben.


Für wen ist das gedacht?

Für dich, wenn du weißt, dass du auf der falschen Spur bist, aber nicht genau weißt, warum.
Für dich, wenn du als Coach, Führungskraft andere verstehen willst.

Und für dich, wenn du aufgehört hast zu glauben, dass du der Pinguin bist, der einfach nicht fliegen will.


Hör dir gerne auch unseren Podcast zu den inneren Motiven an. Entweder hier oder auf:

Und falls du wissen willst, was dich wirklich antreibt? Den ersten Schritt kannst du direkt hier machen:

Decke auf, was dich antreibt oder ausbremst